Am späten Freitagnachmittag des 4. September ereignete sich auf der regulären Fährstrecke entlang der Costa Dorada ein dramatischer Vorfall, bei dem ein englischer Tourist nach einem Sprung von einer fahrenden Fähre verstarb. Das Unglück wirft Fragen zum Verhalten an Bord und den Umständen des Sprungs auf, die derzeit von der Guardia Civil intensiv untersucht werden.
Zwei Brüder aus England – 40 und 38 Jahre alt – reisten gemeinsam mit ihren Eltern und sorgten bereits vor dem Ablegen der Fähre in Cambrils für Aufsehen. Laut Zeugenaussagen wirkten die beiden alkoholisiert und wollten an Bord Bier bestellen. Aufgrund von Sicherheitsbedenken lehnte die Besatzung diese Bestellung ab, da das Schiff sich in der letzten Phase der Überfahrt befand und mögliche Zwischenfälle vermieden werden sollten.
Statt die Fähre regulär anlegen zu lassen, entschieden sich die Brüder, aus einem Fenster ins Meer zu springen, um den Rest der Strecke schwimmend zurückzulegen. Während der eine Bruder das Ufer bei Salou erschöpft erreichte, wurde der andere im Wasser bewusstlos und ertrank.
Der spanische Seenotrettungsdienst Salvamento Marítimo reagierte umgehend und leitete eine Suche zwischen Cambrils und Salou ein. Trotz aller Bemühungen konnte nur ein Bruder lebend gefunden werden. Das Unglück markiert bereits das vierzehnte Ertrinken an der Küste von Tarragona in dieser Sommersaison und das erste im Monat September, eingebettet in die traurige Statistik mit insgesamt über 300 Ertrinkungsunfällen in Spanien bis Ende Juli 2023.
Die Guardia Civil, unterstützt von den Mossos d’Esquadra, prüft derzeit die genaue Todesursache. Neben Erschöpfung wird auch der Einfluss von Alkohol als mögliche Faktoren betrachtet. Die Eltern der beiden Brüder wurden befragt und blieben zunächst im Yachthafen von Salou, bis sie über den tödlichen Ausgang informiert wurden.
Die Reederei selbst wurde nicht in die Verantwortung genommen, und die Fähre konnte ihre Fahrt nach Cambrils planmäßig fortsetzen.
Dieser tragische Vorfall erinnert an die Gefahren unüberlegter Entscheidungen im Wasser und auf See – insbesondere unter Alkoholeinfluss. Er steht exemplarisch für die Notwendigkeit erhöhter Sicherheitsmaßnahmen und Verantwortungsbewusstsein bei Fährfahrten und generell beim Umgang mit Gewässern. Die Ermittlungen der Behörden werden hoffentlich zu klareren Richtlinien beitragen, um solche Unfälle künftig zu verhindern.
Quelle: Agenturen





